Nataliia Brehmer

Porträt Nataliia Brehmer

Vita und Tätigkeitsbereich von Nataliia Brehmer

Nataliia Brehmer (geb. Nikitiuk), M.A., ist wissenschaftliche Projektleiterin am inav – Institut für angewandte Versorgungsforschung in Berlin GmbH. Ihren Masterabschluss in Internationalen Beziehungen erlangte sie am Collegium Civitas in Warschau.

Nataliia Brehmer sammelte ihre Erfahrung in der universitären Forschung und Lehre von 2017 bis 2023. In dieser Zeit war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Potsdam tätig und parallel als freiberufliche Dozentin für Gesundheitsökonomie und Betriebswirtschaftslehre aktiv. Seit 2024 arbeitet sie am inav mit Schwerpunkt auf der Entwicklung und Evaluation innovativer Versorgungsansätze, partizipativer Forschung sowie der administrativen Umsetzung von Projekten.

Projekt TrachCare – Eine Versorgungsanalyse zur Heil- und Hilfsmittelversorgung von tracheotomierten Kindern und Erwachsenen

Das Projektteam TrachCare erstellt eine umfassende Analyse der bestehenden Versorgungsabläufe – vom ersten Kontakt der Betroffenen mit medizinischen Fachkräften über die oft länger andauernde Betreuung bis hin zur Dekanülierung. Durch Befragungen von Patientengruppen, Angehörigen und den verschiedenen an der Versorgung beteiligten Leistungserbringenden werden die einzelnen therapeutischen Maßnahmen sowie die Übergänge zwischen den Versorgern analysiert. Zudem wird die wissenschaftliche Literatur gesichtet sowie Routinedaten aus der Versorgung analysiert.  Auf dieser Grundlage erarbeitet das Team eine Bedarfsanalyse und erstellt Handlungsempfehlungen.

Im Erfolgsfall ermöglichen die Projektergebnisse, Optimierungspotenziale in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Tracheostoma zu identifizieren und deren Versorgung insgesamt zu verbessern.

Rolle von Nataliia Brehmer im Projekt TrachCare

Nataliia Brehmer ist im Projekt TrachCare in der wissenschaftlichen Evaluation tätig. Zu Beginn des Projekts führte sie ein Scoping Review durch, in dem die internationale Forschungsliteratur zur außerklinischen Versorgung von tracheotomierten Patientinnen und Patienten systematisch analysiert wurde. Ziel war es, zentrale Versorgungsdimensionen, bestehende Evidenzlücken sowie relevante Akteurs- und Prozessstrukturen zu identifizieren und als Grundlage für die weitere Studienkonzeption aufzubereiten.

Publikation Scoping Review: https://doi.org/10.1177/10848223251330245

Im weiteren Verlauf verantwortet sie die Planung und Umsetzung qualitativer Datenerhebungen. Sie führte leitfadengestützte Interviews mit verschiedenen Leistungserbringenden der Tracheostomaversorgung, darunter Pflegefachpersonen, Sprachtherapeutinnen und Sprachtherapeuten, Atmungstherapeutinnen und Atmungstherapeuten, Sozialarbeitende, Psychologinnen und Psychologen, Ärztinnen und Ärzte sowie Hilfsmittelversorgende. Zudem ist sie für die Auswertung qualitativer Interviews mit Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen verantwortlich.

Die Ergebnisse der ersten explorativen Interviewrunde zeigen insbesondere strukturelle Defizite in der Heil- und Hilfsmittelversorgung, Herausforderungen in der sektorenübergreifenden Koordination sowie eine hohe Belastung für Betroffene und ihre Angehörigen. Diese Ergebnisse wurden bereits wissenschaftlich publiziert.

Publikation Interviews: DOI: 10.1055/a-2718-4703

Für die Präsentation dieser Ergebnisse wurde Nataliia Brehmer im Rahmen des Wissenschaftsforums 2025 der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für außerklinische Beatmung und Intensivversorgung (DIGAB) mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Prämiert wurde ihr Beitrag zu Defiziten in der Heil- und Hilfsmittelversorgung tracheotomierter Patientinnen und Patienten auf Basis von Interviews mit Betroffenen und Leistungserbringenden.

Kongressbeitrag: DOI: 10.13140/RG.2.2.11286.41283